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Photo by Amy Hirschi on Unsplash

Eigene „Aufgeräumtheit“ als Bedingung für „helfende Berufe“

Herr Dipl.-Psych. Rainer Müller macht in seinem spannenden Blogbeitrag „Selbstreflexion und Krisenbewältigung“ unter anderem klar, dass die eigene Reflexionsfähigkeit und „Aufgeräumtheit“ zentral sind, um Menschen zu helfen und reflektive Gespräche führen zu können.

Diesem Statement kann ich nur zustimmen. Auch hat sein Beitrag mich angeregt, auf die Motivation von Helfern einzugehen. Denn allzu oft stürzen sich Menschen mit Helfersyndrom auf Hilfsbedürftige. Es kann sein, dass sie aus einem eigenen Mangel oder aus einer fragwürdigen Intention heraus agieren. Zum Beispiel wollen sie sich wichtig fühlen, Wertschätzung bekommen, eigene narzisstische Bedürfnisse befriedigen oder ihre innere Leere mit dem Leben anderer füllen. Dies kann fatale Folgen, sowohl für sie selbst als auch für die Hilfsbedürftigen, haben und in einer Art Vampirismus enden.

Um dies zu vermeiden ist es wichtig sich selbst zu fragen, welchen Mehrwert mit dem „Helfen“ erlangt wird oder was davon erwartet wird. Es ist auch wichtig, dass mir selbst klar ist, welche Haltung ich zu Menschen habe und wie ich mit ihnen umgehe:
Habe ich Respekt vor dem Menschen, dem ich helfen möchte?
Begegne ich ihm oder ihr auf Augenhöhe?
Kann ich mich empathisch einlassen, ohne meine eigenen Themen hineinzubringen?
Was sind meine eigenen blinden Flecken und Entwicklungsfelder?
Bin ich genug selbstkritisch und lernbereit?
Bin ich selbstreflektiert und ständig bereit, mich weiterzuentwickeln?

Speziell in Krisenzeiten finden sich viele Helfer. Dabei meinen es fast alle gut und möchten eine echte Hilfestellung bieten. Jedoch verfolgen viele, meist unbewusst, ihre eigenen Zwecke. Hier ist es von zentraler Wichtigkeit, sich die eigene Motivation bewusst zu machen. Als Anregung und für die eigene Klärung kann ich das Buch von Wolfgang Schmidbauer wärmstens empfehlen: Hilflose Helfer – Über die seelische Problematik der helfenden Berufe, ISBN 978-3-499-19196

Herr Schmidbauer beschreibt unter anderem, dass die Hilflosigkeit von Helfern einem überstrengen altruistischen Ideal der sozialen Hilfe entspringt. Das Buch ist ein Klassiker und ein Muss für Alle, die in helfenden Berufen tätig sind oder sein wollen.

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