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Photo by Emily Morter on Unsplash
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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


So könnte man die zwischen Dezember 2020 und März 2021 veröffentlichten ersten 7 Beiträge des Quod.X® – Bloggerdialogs zum Thema Selbstreflexion und Krisenbewältigung“ zusammenfassen. In meinem zweiten Beitrag gehe ich vertiefend auf den Zweck von Selbstreflexion eingehen. Wozu also „Selbstreflexion“?


Implizit wurde die Frage in den Beiträgen aller Kolleginnen und Kollegen schon angeschnitten: Bewusstheit, Souveränität, Veränderungs- und Anpassungsfähigkeit – individuell wie auch im organisationalen Kontext.

Doch wie tief wollen wir uns wirklich darauf einlassen? Oder – frei nach Alice in Wonderland: „How deep down the rabbit-hole do you want to go?”

Für die Bewältigung alltäglicher und auch etwas tiefer liegender Herausforderungen im persönlichen wie im Geschäftsleben gibt es eine Menge hilfreicher Tools und bewährter Vorgehensweisen, die uns Orientierung und Sicherheit bieten.

Operative Selbstreflexion

Sich wieder einmal ein Blatt Papier herzunehmen und Prioritäten nach dem Eisenhower-Prinzip zu ordnen, in einem latenten Konflikt das 4-Seiten-Modell von Friedemann Schultz von Thun zu Rate zu ziehen oder eine komplexe Teamsituation nach Jim Roughs Dynamic Facilitation – Methode zu ordnen kann rasch Licht in undurchsichtige Zusammenhänge bringen – genauso, wie die regelmäßige Reflexion für Führungskräfte, Teams und Organisationen mit Quod.X® eine Menge fruchtbarer, brachliegender Entwicklungsimpulse an die Oberfläche spült.

Daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten ist daily business. Bestenfalls entstehen so Motivation, Begeisterung, Flow.

Doch damit sind wir noch lange nicht am Ende des Kaninchenbaus angelangt.

Allzu offensichtlich drängt sich die Frage auf, ob uns ein geringfügiges Update unserer „historisch gewachsenen“ Strukturen und Verhaltensweisen weiter hilft … oder ob die Zeit reif ist für ein größeres Upgrade, möglicherweise sogar einen kompletten Relaunch?

Woran erkennen wir, wenn es „so nicht mehr weitergeht“? – oder in anderen Worten:

Woran erkennen wir, wenn sich völlig neue Chancen auftun, die wir nutzen können – und nicht mehr wie vom österreichischen Kabarettisten Helmut Qualtinger so treffend formuliert zwar nicht wissen, wo wir hinwollen, aber mit unserem neuen Motorrad schneller dort sind?

Selbstreflexion

Ja, das Terrain wird jetzt anspruchsvoller.

Wir sehen uns konfrontiert mit atemberaubenden Herausforderungen – nicht nur im Umfeld der „Corona-Pandemie“, hinter der die Umbrüche im Gefolge der Finanzkrise ab 2007, die demographische Entwicklung in der westlichen Welt, Migrations- und Umweltthemen und so Einiges mehr nur scheinbar an Bedeutung verloren haben.

Was ist uns wirklich wirklich wichtig, wie es der Begründer der New Work – Bewegung Frithjof Bergmann nennt?

Unweigerlich stoßen wir auf philosophische Grundfragen, die auf den ersten Blick so gar nicht in die heutige Zeit zu passen scheinen – geschweige denn in unser alltägliches Geschäftsleben.

Selbst-Reflexion

Wohin wir wirklich wollen? Einfache Antworten suchen wir vermutlich vergebens. Die Versuchung, sein Heil in Ideologien oder vorgefertigten Schablonen zu suchen, scheint mir wenig zielführend. Auch bewährte Entwicklungswege wie sie die Wissenschaften, Religionen und spirituelle Traditionen anbieten, entfalten ihre Wirkung nur, wenn wir uns ihre Prinzipien wirklich „zu eigen“ machen, sie zutiefst „innerlich verkosten“, wenn wir mit ihnen in einen ehrlichen und authentischen Kontakt treten.

Das setzt voraus, dass wir uns in unserem Selbstverständnis vom „ich / ego“ zum „Selbst“ weiterentwickeln.

Als Lösungsansatz schlage ich – ganz in der Tradition der freien Marktwirtschaft – „echte Diversität“ vor. Denn je vielfältigere Lösungsansätze zur Bewältigung von Herausforderungen und Krisen entwickelt werden, umso eher werden sich Weizen und Spreu trennen, gangbare und zukunftsweisende Ideen durchsetzen.

Den Mut, solche neuen Wege zu beschreiten betrachte ich als Grundtugend von Unternehmer- und Leader-Persönlichkeiten aller gesellschaftlichen Subsysteme – letztlich eines jeden handlungsfähigen und Selbst-kompetenten Menschen.

Selbstreflexion und Feedback

Auf die Gefahr des „Grübelns“ hat Rainer Müller in seinem Beitrag hingewiesen. Deshalb können wir – ergänzend zum „Blick nach Innen“, wie ihn Christine Kranz und Barbara Knittel in ihren Beiträgen angesprochen haben – vom Feedback von außen profitieren.

Denn von außen betrachtet lässt sich über das Verhalten von Menschen und Organisationen sehr viel leichter erkennen, auf welchen Fundamenten sie stehen … und auf welche vorhersehbaren Probleme sie stoßen werden.

Uns diese von außen so viel zugänglicheren Sichtweisen verfügbar zu machen, benötigt Zweierlei:

  1. Feedback – es muss jemanden oder etwas geben, das mit uns in Kontakt tritt und
  2. Offenheit – wir müssen diese Impulse auch an uns heranlassen.

Dieser Integrationsprozess von Fremd- und Selbstwahrnehmung findet im täglichen Tun, in ausgewählten Gesprächen wie in zielgerichteten Interventionen von Führungskräften oder Coaches, Trainern und Beratern (m/w) statt.

Dieser Integrationsprozess von Fremd- und Selbstwahrnehmung findet ebenfalls und in erstaunlicher Wirksamkeit durch den Prozess der Selbstreflexion mit Quod.X® statt, in dem durch intelligente Algorithmen Fremdwahrnehmung in einen intimen digitalen Raum gespiegelt wird – jederzeit und in Echtzeit verfügbar und ohne die verführerische Notwendigkeit, sich in irgendeiner Form rechtfertigen oder erklären zu müssen.

Die dadurch induzierten Erkenntnisprozesse verbleiben ausschließlich in der Privatsphäre der Reflektierenden und können dort ungestört ihre Wurzeln schlagen und Früchte hervorbringen.

Dermaßen unterstützt und vorbereitet erhalten sie eine deutlich bessere Ausgangssituation für die weitere Bearbeitung im täglichen Tun, in ausgewählten Gesprächen und – da, wo es gewünscht wird oder erforderlich ist – in zielgerichteten Interventionen von Führungskräften oder Coaches, Trainern und Beratern (m/w).

Das gilt gleichermaßen für unsere persönliche Entwicklung, für die uns Heinz Peter Wallner in seinem Beitrag fünf hilfreiche Schlüsselfragen zur Verfügung gestellt hat wie für die Entwicklung unserer Teams und Organisationen, auf die Stefan Fourier näher eingegangen ist.

Ohne sich jedoch den zentralen Fragen nach dem Wesen aller Dinge zu stellen, auf die Peter Zettel hinweist, laufen wir Gefahr, uns in einem verwirrenden Vielerlei von falschen Annahmen und Wunschträumen zu verrennen.

Und das wäre wirklich schade.

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