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Fünf Schlüsselfragen für ein bewussteres Leben


Das ist ein Beitrag zum Blogger-Dialog: Selbstreflexion und Krisenbewältigung von Michael Defranceschi und Roger Koplenig von Quod.X. Danke  für die Einladung! 


Wenn ich als Mensch einen Hauch von Nachdenklichkeit über meine persönliche Lage zeige und mich in Beziehung zum bewussten Leben setzen möchte, braucht es Reflexionsfragen von einer gewissen Komplexität. Meine Reflexionsreise hat mich zu folgenden fünf Grundtönen geführt, die ich hier vorstellen möchte: Willenskraft stärken, Verbindung aufnehmen, Befreiung zulassen, Entfaltung ermöglichen und Wirkung zeigen. 

Komplex 1: Willenskraft stärken 

Lassen Sie mich zuerst mit der „Willenskraft“ beginnen. Wozu brauchen wir Willenskraft? Sie ist die Grundlage jeder Initiative, die wir ergreifen, die uns von etwas entbinden soll. Wenn wir zu Beginn in den Strom des Lebens eintauchen, können wir nur hoffen, von guten Überlieferungen getragen zu werden. Jene Glücklichen, die wenig Grund verspüren, bei sich neu anzufangen, weil sie in einem reinen Strom driften, werden weniger Willenskraft aufbringen, als jene, die in vergifteten Wassern treiben. Dennoch gilt für uns alle, dass unser Leben erst beginnt, wenn wir einen Anfang machen. Wenn wir bei uns selbst anfangen oder noch besser, mit uns selbst neu anfangen. Wir kommen fast immer in die Situation, dass bereits angefangen wurde und wir lediglich eingeladen sind, dazuzukommen. Auch unser Leben selbst hat keinen erinnerbaren Anfang; das Anfangen haben für uns andere übernommen. Auch später steigen wir immer wieder in bereits laufende Sequenzen ein. Selten ist es an uns, etwas ganz von vorne zu beginnen. Peter Sloterdijk meint: „Es besagt zunächst nicht mehr, als dass Menschen, um zu einer Welt zu kommen, etwas anfangen müssen – ohne eigenes Anfangen keine Welt“. Und das führt mich zum ersten Fragenkomplex: Was habe ich begonnen, welchen Anfang habe ich bewusst gesetzt, welche Anfangs-Initiativen sind es, die mich durch das Leben tragen? Was hat meine Willenskraft initiiert?  

Komplex 2: Verbindung aufnehmen

Mit der zweiten Sache, der „Verbindung“ setzen wir einen bewussten Gegenpol zur Entbindung durch Willenskraft. Hier geht es um eine ganz bewusste Herstellung neuer Verbindungen zu den Quellen des Lebens. Jeder Mensch braucht eine gute Basis, um sich mit Energie zu versorgen. Die Möglichkeiten, die sich uns bieten sind vielfältig. Je nach Ausrichtung können die engsten Beziehungen die wichtigen Kraftquellen sein, die Natur kann uns aufladen oder wir verbinden uns mehr mit den spirituellen Quellen. Ein bewusstes Leben braucht gute und tragende Verbindungen, die wir nicht zurückstellen und vergessen dürfen. Daraus folgt der zweite Fragenkomplex: Welche sind meine Kraftquellen? Woran glaube ich? Von welchen Energien werde ich gespeist und welche tragen mich? Was habe ich unternommen, um mit diesen Quellen in Verbindung zu treten und zu bleiben? Habe ich genügend Resonanz mit spirituellen Energien? 

Komplex 3: Befreiung zulassen

Mit der „Befreiung“ kommen wir auf die nächste Stufe des bewussten Lebens. Mit Willenskraft haben wir einen Anfang gesetzt und mit der Verbindung zu Quellen des Lebens eine sichere Basis für unsere Entwicklung geschaffen. Im Feld der Befreiung können wir zumindest drei Aspekte konkret hinterfragen: Vergebung, Heilung und Dankbarkeit. Ein erfülltes Leben muss sich allen drei Themen widmen. Daraus ergibt sich der dritte Fragenkomplex: Wem muss ich vergeben? Wen muss ich um Vergebung bitten? Was in mir muss geheilt werden und was kann ich zur Heilung beitragen? Und wie steht es um meine Dankbarkeit? Trage ich das Gefühl der Dankbarkeit in meinem Herzen? 

Komplex 4: Entfaltung ermöglichen 

Nach der Befreiung werden wir langsam bereit für einen bewussten Gestaltungsschritt in unserem Leben. Dabei geht es um unsere Potenziale, die wir entfalten wollen. Vielleicht ist es auch an dieser Stelle mehr ein sich entfalten lassen, weil unsere Initiative darin besteht, die eigene Entwicklung nicht zu verhindern oder zu hemmen. Wir müssen unsere Entfaltung selbst ermöglichen. Ich sehe drei bewusste Schritte, die dabei hilfreich sein können: Gegenwärtigkeit erfahren, Zukunft visualisieren und Widersprüche entscheiden. Alles beginnt im Jetzt. Das ist uns sehr gut bekannt. Trotzdem ist es immer wieder wichtig, uns selbst bewusst mit dem Gegenwärtigen zu verbinden. Wenn wir im Augenblick ruhen, können wir ergänzend auch eine neue Zukunft visualisieren. Wir sollten uns nur von einer attraktiven Zukunft her belasten lassen. Und die Widersprüche des Lebens plagen uns immer wieder und fordern von uns Entscheidungen. Beispiele sind Freiheit vs Ordnung, Selbstverantwortung vs Sicherheit, Verändern vs Bewahren, Individuum vs Gemeinschaft oder Ego vs Eco. Der vierte Fragenkomplex lautet also: Wie gut ruhe ich im Gegenwärtigen? Kann ich meinen Geist fokussieren und mit Achtsamkeit durch mein Leben gehen? Habe ich ein attraktives Bild meiner Zukunft vor mir? Habe ich eine visuelle, emotional fassbare Vorstellung meiner Zukunft? Welche Spannungen spüre ich in mir und welche Widersprüche warten auf eine Entscheidung? 

Komplex 5: Wirkung zeigen

Den letzten Grundton des bewussten Lebens nenne ich „Wirkung zeigen“. Auch in diesem Punkt finde ich drei Bereiche, die es wert sind, betrachtet zu werden. Um Wirkung zu entfalten, ist es sehr hilfreich für uns, Teil einer Gemeinschaft zu werden. Um einen Sinn in unserem Leben zu kreieren, ist es notwendig, an der Entwicklung mitzuwirken. Und abschließend scheint mir das Vorhaben, eine Mission zu leben, sehr unterstützend zu sein. Mit Wirkung entfalten ist ein „Zurweltkommen“ gemeint. Peter Sloterdijk meint dazu: „Zurweltkommen und Herauskommen auf die Bühnen für die guten und notwendigen Stücke dieser Welt sind zwei Dinge, die sich nicht trennen lassen.“ 

Ein bewusstes Leben geht mit dem Wagnis einher, sich zu zeigen. Wir müssen eine Entscheidung treffen und Verborgenes und Herzeigbares trennen. Es heißt: „Show-up“ und „Speak-up“. Wir Menschen erzeugen Welten, wenn wir uns mit guten Motiven in einer Gemeinschaft aufhalten und zur Entwicklung etwas beitragen. Daraus lässt sich ein Lebensmotto ableiten, das mich leitet und täglich neu motiviert. Im nun anschließenden fünften Fragenkomplex können wir über folgende Punkte nachdenken: Welchen Gemeinschaften gehöre ich an? Welchen Beitrag leiste ich zur Entwicklung von Gemeinschaften, oder noch größer gefasst, zur Entwicklung der Welt? Welches Lebensmotto habe ich, das mich zum bewussten Leben ermuntert? Welche Mission habe ich für mein Leben gefunden? 

Herzlich, 

Heinz Peter Wallner

www.hpwallner.com

Literatur:

Peter Sloterdijk, Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen, Frankfurter Vorlesungen, edition suhrkamp, Band 505, 12. Auflage, 2017. 

Heinz Peter Wallner, TAKE FIVE – Die fünf Schlüssel zu mehr Lebendigkeit und innerer Stärke, Edition Summerhill, 2016.  

Downloads:

Take Five Arbeitsblatt mit Beispielen

Vorstellungsvideo und Interview mit Dr. Heinz Peter Wallner

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