Resilienz. Die Sache mit dem langen Atem
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Resilienz. Die Sache mit dem langen Atem

Laut Wikipedia ist unter Resilienz die Fähigkeit eines Systems zu verstehen, mit Veränderungen umgehen zu können – also mit Störungen, Ablenkungen oder allgemein Einflüssen von Innen oder Außen. Oder einfacher: Es geht um die Fähigkeiten des sprichwörtlichen Stehaufmännchens.

Stehaufmännchen

Ganz egal, wie sehr du es drangsalierst – es hat immer den längeren Atem: Munter purzelt es zurück in seine Ausgangsstellung und behält stets fröhlich den Überblick. … da könnte einen der blanke Neid überkommen, nicht wahr?

Ein Blick in die Resilienz-Forschung

Das Gießener Resilienz-Inventar nennt zwei Resilienz-begründende Faktoren: 

  1. Schwer veränderbaren Persönlichkeitsmerkmale – Charaktereigenschaften, die man hat … oder eben nicht:
  • Verlässlichkeit & Vertrauen
  • Optimismus (Hoffnung)
  • Praktische Intelligenz (Cleverness)
  • Innere Stärke (Werte & Glaube)
  • Kompetenzen, die man leichter erlernen kann – das sind leichter erlernbare Fähigkeiten:
  • Ziele und Perspektiven entwickeln
  • Emotionsmanagement
  • Selbstwirksamkeit
  • Selbstdisziplin

Doch woher die Kraft nehmen, das alles im Blick zu behalten?

Die folgende kurze Übung verschafft Ihnen auch in unübersichtlichen Situationen den nötigen Freiraum, den Sie brauchen: Um Ihre persönlichen Ressourcen anzuzapfen und angemessen zu reagieren.

Coaching Tipp: Resilienz

Setzen oder stellen Sie sich aufrecht und mit gutem Bodenkontakt hin und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Vermutlich wird Ihnen dabei auch Ihr Herzschlag bewusst und Sie können die einzelnen Pulsschläge wahrnehmen.

Nach zwei oder drei bewusst wahrgenommenen Atemzügen takten Sie Ihren Atemrhythmus mal für eine Weile um:

  • Atmen Sie zwei Pulsschläge lang tief ein.
  • Die nächsten vier Pulsschläge atmen Sie tief aus.
  • Die nächsten zwei Pulsschläge pausieren Sie mit der Atmung. Atempause.

Sie glauben das geht nicht? Klar geht das.

Möglicherweise sind Sie bei den ersten Versuchen noch etwas angespannt aber Sie werden sehen, dass die Übung bereits nach wenigen Atemzügen problemlos gelingt – auch wenn Sie sich zum Beispiel schwertun, Ihren Pulsschlag wahrzunehmen: Versuchen Sie es dann anfangs einfach mit Zählen.

Was genau passiert dabei?

Körperlich bewirken Sie dadurch vor allem die tiefe Entleerung Ihrer Lungenflügel. Während die „natürliche“ Reaktion auf zunehmende Störungen bei den meisten Menschen eine Verflachung des Atems auslöst, atmen Sie in herausfordernden Situationen in aller Ruhe den ganzen alten Mief aus und es steht Ihnen frische, sauerstoffreiche Luft zur Verfügung.

Das allein hat schon eine stark belebende Wirkung, denn unser Gehirn benötigt diesen Sauerstoff – in anspruchsvollen Situationen sogar besonders dringend.

Diese kleine Übung hat aber noch eine zweite, mindestens genauso hilfreiche Wirkung: Sie verschafft ein wenig mehr Distanz zum Geschehen.

Fels in der Brandung
Photo by Cam Adams on Unsplash

So stärken Sie Ihre Resilienz.

Besonders in hektischen Meetings und in harten Verhandlungen sammeln Sie Ihre Kräfte und behalten den Überblick, wenn die Emotionen im Raum hoch gehen.

Lassen Sie die Brandung um sich herum tosen. Sie werden die Argumente und Anliegen Ihrer Gesprächspartner deutlich klarer wahrnehmen und  zur rechten Zeit und mit den rechten Worten auch Ihren eigenen Anliegen Gehör verschaffen.

Zumindest besser, als es Ihnen ohne diese Übungen gelingt.

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